Kickelhahnturm im Winter
© Wolfgang Kobe

Ilmenauer Wanderwege wegen Käferholzaufarbeitung vorübergehend gesperrt

Kahlschlag oberhalb von Ilmenau
© Stadtverwaltung Ilmenau

Spaziergänger müssen bis voraussichtlich 20. Dezember 2022 aufgrund von umfangreichen Forstarbeiten mit gesperrten Wanderwegen im Bereich großer Hermannstein rechnen. Auch der Ilmenauer Goethewanderweg ist betroffen und muss zur Sicherheit der Waldbesucher im Abschnitt vom kleinen Hermannstein bis zum Kickelhahn gesperrt werden, teilte das zuständige Forstamt Allzunah mit. Außerdem ist der Forstmeisterweg im Bereich vom Mühlstein bis zum Dachskopf vorübergehend nicht begehbar.

Die Fichtenbestände rund um den Hermannstein zählen zu den ältesten und vorratsreichsten Beständen im Kickelhahn-Revier. Durch extreme Trockenheit und fehlendem Niederschlag in diesem Sommer konnte sich der Borkenkäfer auch in diesem Bereich massiv ausbreiten. Die Holzernte der befallenen und abgestorbenen Fichten erfolgt mit Hilfe von Gebirgs-Seilkrantechnik. Die gefällten Bäume werden mit dieser Technik an die vorhandenen Abfuhrwege gezogen und dort entastet und prozessiert.

Die Steilhänge in diesem Bereich lassen keinen anderen Technikeinsatz zu. Durch Abspannen der Tragseile mit rund 500 Meter Länge bis über den Forstmeisterweg hinaus ist auch dieser Weg nicht mehr nutzbar. Der Aufenthalt im Arbeitsbereich ist lebensgefährlich. Der gefährdete Bereich ist aus diesem Grund weiträumig abgesperrt.

Doch auch in anderen Waldbeständen rund um den Kickelhahn ist Holzerntetechnik im Einsatz, um befallene und abgestorbene Fichten zu entfernen. Um erhöhte Wachsamkeit wird daher gebeten. "Die Sperrung ist unbedingt zu beachten und dem Arbeits- und Sicherheitsbereich fern zu bleiben“, bittet Forstamtsleiter Hagen Dargel die Waldbesucher.

Insgesamt hat die Buchdruckerkalamität im Forstamt auch in diesem Jahr an Dynamik zugenommen. Die Befallsmenge hat sich nach vorläufigen Einschätzungen gegenüber dem Vorjahr wiederum um über 50 Prozent erhöht und wird wohl mit 20 Festmetern je Hektar Fichtenfläche erstmals dem doppelten planmäßigen Jahreseinschlag entsprechen. Im nächsten Jahr ist eine weiter Steigerung zu erwarten, wobei die Dynamik auch vom Ablauf des Winters hinsichtlich Niederschlag und Temperatur abhängig sein wird.

29.11.2022