Verleihung des Preises „Barriere Frei“ im Landtag Erfurt am 04.12.2013

Verleihung des Preises „Barriere Frei“ im Landtag Erfurt am 04.12.2013

Die Veranstaltung wurde durch den Beauftragten für Menschen mit Behinderungen des Freistaates Thüringen Dr. Paul Brockhausen eröffnet.
Anschließend sprachen die Landtagspräsidentin Frau Birgit Diezel, Prof. Olaf Langlotz und der Präsident der Stiftung Baukultur Thüringen Herr Hartmut Strube die Grußworte.
Daran schloss sich ein interessanter Vortrag unter dem Motto "Architektur ganzheitlich barrierefrei denken" an.

Unter den 30 eingereichten Projekten war eine Bewerbung aus Ilmenau dabei. Es war Fam. Schramm mit dem Hotel „Mara".
Alle Einreicher, darunter auch die Ilmenauer, erhielten eine Urkunde als Anerkennung für ihr Mitwirken in der Kommune zur Umsetzung der Inklusion.

Es gab drei herausragende Projekte, die ich kurz vorstellen möchte.

Den ersten Platz belegte die WBG Arnstadt Ost mit dem Projekt „gemeinsam statt einsam".

Dort sind Wohngruppen in barrierefreie Wohnungen untergebracht, und eine generationsübergreifende Wohngestaltung für Jung und Alt entstand. Das Umfeld wurde altersgerecht gestaltet, Spielplätze und Gemeinschaftsräume wurden angelegt und es gibt für Kinderwagen und Rollstuhl oder Rollatoren Rampen.

Den zweiten Platz belegte die AWO Suhl mit dem Projekt „Wohnen im Klassenzimmer".

Eine alte Plattenbauschule wurde in barrierefreie bzw. rollstuhlgerechte Wohnungen umgebaut. Auch hier sind Gemeinschaftsräume geschaffen worden. Bei diesem Projekt haben die Einreicher besonderes Augenmerk auf den demografischen Wandel gelegt. Die Wohnungen werden vermietet für einen Kaltmietpreis von 5 € pro m2 Wohnfläche. Hier hat man einen Grundstein gelegt und gezeigt, dass es bezahlbare barrierefreie Wohnungen geben kann. Ein wirklich tolles Projekt.

Platz drei ging an das Diakonische Zentrum Spittergrund in Tambach-Dietharz.

Hier hat man Unterkunftsmöglichkeiten und Beschäftigungsmöglichkeiten in Form von Werkstätten versucht zu verknüpfen. Man kann hier nicht nur barrierefrei wohnen, sondern es gibt ein Betreuungsangebot für Demenzkranke und Sinnesbehinderte. Terrassen und Gärten wurden nach den individuellen Besonderheiten der verschiedenen Behindertengruppen ganzheitlich in der Baukultur verschmolzen.

Es wird in zwei Jahren wieder eine Preisauslobung geben, dort wird dann besonderer Wert gelegt auf Sozialgesellschaftliche Projekte.

Edeltraut Hajny
Behindertenbeauftragte der Stadt Ilmenau