Ziegenbrunnen Kopfbild
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Umwandlung von Einheitsgrün in artenreiche Grünflächen wird fortgesetzt

Bepflanzung an der Eishalle

Nach dem Auftakt im vergangenen Jahr setzt die Stadt Ilmenau die Umgestaltung von Einheitsgrün in artenreiche, naturnahe Grünflächen weiter fort. Wurden im vergangenen Jahr unter anderem die Beete im Bereich des Rathausvorplatzes und vor der Eishalle Schritt für Schritt umgestaltet, werden derzeit die Flächen im Bereich Karl-Liebknecht-Straße/Schwanitzstraße vorbereitet.

Bei den bisherigen Maßnahmen wurden dauerhafte, heimische Blumenwiesenmischungen sowie heimische Stauden, Gehölze und Frühblüher eingesetzt. Ziel ist es, langfristig artenreiche und klimaangepasste Pflanzungen zu schaffen, die zugleich einen ökologischen Mehrwert für den Siedlungsraum bieten.

Vorbereitung der neuen Flächen

Für die Neugestaltung wird zunächst die vorhandene Vegetation einschließlich der Grasnarbe beziehungsweise der bisherigen Bodendecker entfernt. Anschließend wird eine etwa 20 Zentimeter starke Substratschicht aus Kalkschotter mit Feinanteilen und gütegesichertem Kompost aufgebracht. Darauf werden die vorgesehenen Pflanzen gesetzt beziehungsweise die Saatgutmischungen ausgebracht.

Die verwendeten heimischen Arten sind an die hiesigen Standortbedingungen angepasst und kommen auch mit Hitze und Trockenheit vergleichsweise gut zurecht. Gleichzeitig bieten sie der heimischen Insektenwelt wichtige Nahrungsquellen und Lebensräume. Denn zahlreiche heimische Insektenarten sind auf bestimmte heimische Pflanzen angewiesen.

Nährstoffarmer Boden als Grundlage

Immer wieder gibt es Fragen zum zunächst sichtbaren Substrat. Dieses ist nicht mit einem Schottergarten gleichzusetzen. Vielmehr wird bewusst ein nährstoffarmes Pflanzsubstrat aus Kalkschotter verwendet, das auf die Ansprüche der eingesetzten Arten abgestimmt ist. Viele heimische Wildblumen und trockenheitsverträgliche Pflanzen entwickeln sich unter diesen Bedingungen besonders gut. Konkurrenzstarke Arten, die nährstoffreiche Böden bevorzugen, werden dagegen zurückgedrängt.

Zu Beginn können die neu gestalteten Flächen deshalb ungewohnt karg und grau wirken. Mit der Entwicklung der Pflanzen wird sich das Erscheinungsbild jedoch verändern. Erfahrungsgemäß benötigen naturnahe Neuanlagen mindestens zwei Jahre, bis sich ein dichter und geschlossener Bestand entwickelt hat.

Naturnahe Pflanzungen brauchen Zeit

Eine naturnahe Pflanzung funktioniert anders als eine klassische Wechselbepflanzung. Sie ist nicht darauf ausgerichtet, unmittelbar nach der Anlage einen vollständig geschlossenen und dauerhaft gleichbleibenden Bewuchs zu präsentieren. Stattdessen entwickelt sie sich im Jahresverlauf und über mehrere Jahre hinweg.

Unterschiedliche Blühzeiten, Samenstände und teilweise trockene Pflanzenteile gehören dabei bewusst zum Konzept. Sie bieten Insekten und anderen Tieren Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. Gleichzeitig tragen heimische und trockenheitsverträgliche Pflanzen dazu bei, die Grünflächen besser an die zunehmenden Belastungen durch Hitze und Trockenheit anzupassen.

Wie sich solche Flächen entwickeln können, zeigt derzeit besonders anschaulich der Verkehrsteiler in der Friedrich-Ebert-Straße. Die dortigen Pflanzungen haben sich nach und nach zu artenreichen Flächen entwickelt, die über einen langen Zeitraum hinweg unterschiedliche Blühaspekte zeigen und auch sommerliche Hitzeperioden gut überstehen.

Die Entwicklung der neuen Flächen benötigt daher vor allem eines: Zeit. Mit zunehmender Etablierung der Pflanzen wird sich auch das derzeit noch von Substrat geprägte Erscheinungsbild verändern.

Ziel der Stadt Ilmenau ist es, langfristig ansprechende, artenreiche und klimaangepasste Grünflächen zu schaffen, die sowohl das Stadtbild bereichern als auch einen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten.

Das Foto zeigt ein bereits im vergangenen Jahr bepflanztes Hochbeet vor der Ilmenauer Eishalle.