Bild: Möhrenbach

Möhrenbach

Spielplatz Möhrenbach
Spielplatz Möhrenbach
Luftbild Möhrenbach
Luftbild Möhrenbach
Kindergarten Möhrenbach
Kindergarten Möhrenbach


Lage

Der knapp 700 Einwohner zählende Ort lässt sich in drei Streifen unterteilen. Im Westen liegt der Thüringer Wald mit seinen Bergen, in der Mitte das breite Möhrenbacher Tal und im Osten der Lange Berg, welcher bereits dem Thüringer Schiefergebirge angehört. Im westlichen Teil der Gemeinde liegt das Tal der Wohlrose, über dem sich der 771 Meter hohe Silberberg erhebt. Östlich folgen die Täler von Möhrenbach und Ilmsenbach, die sich in Möhrenbach zum Talwasser vereinigen. Im zentralen Nord-Süd-Tal liegt das Dorf Möhrenbach in etwa 550 Metern Höhe.
Die Landschaft ist hier von Wiesen, mit kleinen Wäldern durchsetzt, gekennzeichnet und steigt östlich erst wieder zum Langen Berg an, der mit 808 Metern der höchste Punkt der Gemeinde ist. In den Wäldern im Westen und Osten der Gemeinde dominiert die Fichte den Baumbestand.
Man findet heute eine Vielzahl kleiner Gewerbetreibender, rege Vereine und touristische Anbieter. Leichte Wanderrouten und ebene Fahrradstrecken laden zu jeder Jahreszeit in die ruhige Umgebung ein. In wildreichen Wäldern besteht die Möglichkeit der Gastjagd. Verschiedenartige Traditionsveranstaltungen, wie Kirmes, Karneval und Silberberglauf, haben ihre Gäste aus nah und fern. Vor über 100 Jahren entdeckten bereits die ersten "Sommerfrischler" Möhrenbach.
Im äußersten Süden der Gemeinde liegt die Hohe Tanne, der Pass zwischen Langem Berg und Thüringer Wald bzw. den Einzugsgebieten von Ilm und Saale. Der Nachbarort im Norden ist Gehren, im Süden hinter der Hohen Tanne liegt Großbreitenbach und im Osten jenseits des Langen Berges Gillersdorf.


Entstehung

Möhrenbach wurde im Jahre 1374 erstmals erwähnt. Der Ort zählte zu der Grafschaft Schwarzburg und die Oberherrschaft übten einst die Herren von Berlstedt als Schwarzburger Lehnsherren aus. In der Frühzeit lebte der Ort vom Bergbau. Gefördert wurden Kupfer, Silber und Blei. Flurnamen, wie zum Beispiel Silberberg, zeugen heute noch von dem einstigen Gewerbe. Aber auch von der Forstwirtschaft und der Holzverarbeitung, ab dem 17. Jahrhundert auch vom Weberhandwerk lebten die Menschen. Um 1690 wurde eine Glashütte erwähnt.
Von 1533 bis 1920 gehörte der Ort zum Amt Gehren im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, danach bis 1952 zum Landkreis Arnstadt und bis 1994 zum Kreis Ilmenau. Später bis heute ist der zuständige Kreis der Ilm-Kreis.
2013 gründeten die Gemeinde Möhrenbach und die Stadt Gehren eine Landgemeinde als Stadt Gehren und dem Ortsteil Möhrenbach, die am 01.01.2014 vollzogen wurde. Im Juli 2018 wurde Möhrenbach als neuer Ortsteil von insgesamt 16 in die Stadt Ilmenau aufgenommen.
 

Einwohnerzahl

676, davon 647 mit Hauptwohnsitz (Stand: 30.06.2020)
 


Wappen

Das Wappen ist durch einen aus einem silbernen Schildfuß gezogenen silbernen Pfahl gespalten von Grün und Blau, rechts und links silbern bordiert und zeigt vorn ein goldenes sechsspeichiges Rad und hinten eine silberne Schaufel und einen silbernen Pickel gekreuzt.
Die heraldisch angeordneten Farben stellen zum einen die grüne Natur im Thüringer Wald sowie den Wasserreichtum der Gegend dar. Zum anderen steht das gelbe Rad für den früheren Handelsweg von Erfurt nach Nürnberg durch Möhrenbach und die silberne Schaufel und der Pickel für den Silberabbau am Silberberg sowie den Erzbergbau allgemein. Die Gabel als Symbol für die Landwirtschaft ist nicht nur die Abgrenzung des Wappens, sondern zeigt in der Vogelperspektive auch die Ansiedlung und Bebauung des Dorfes auf.



Wirtschaft und Verkehr

In Möhrenbach gab es früher Porzellanindustrie und Holzindustrie. Heute pendeln viele Einwohner zur Arbeit in die umliegenden Städte.

Möhrenbach liegt an der Landesstraße 1047 von Gehren nach Großbreitenbach. Der Ort hatte zwischen 1883 und 1997 einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Ilmenau-Großbreitenbach. Westlich des Ortes besteht die Schnellfahrstrecke Nürnberg-Erfurt mit einer Brücke im Wohlrosetal und dem Tunnel Silberberg unter dem Silberberg hindurch, dem zweitlängste Tunnel der Strecke Berlin-München und dem neuntlängsten Eisenbahntunnel in Deutschland.


Sehenswürdigkeiten

Die evangelische Dorfkirche in Möhrenbach ist eine spätbarocke Kirche mit einem achteckigen Turm mit geschweifter Haube und hat mit Schiefer gedecktes Fachwerk. Das Innere ist schlicht und hell gestaltet. Der Raum besitzt zwei Emporen, eine halbrunde Kanzel, einen Altar und eine Orgel. 1811 brannte die alte Kirche bis auf die Grundmauern nieder, auch die Schule und 48 Häuser brannten ab. Von 1814 bis 1818 wurde die heute stehende Kirche aufgebaut.

Weitere Sehenswürdigkeiten des Ortes sind das Glockendenkmal, das Kriegerdenkmal, Dorfbrunnen und Pferdeteich sowie die Schutzhütte „Linke-Greiner-Hütte".


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