Unterpörlitz

Unterpörlitz

Welch herrlicher Blick bietet sich vom Höhenzug der Pörlitzer Höhe nach Norden über das Gebiet des Wipfragrundes hinein in das Thüringer Becken! Dieses stellte auch der wohl prominenteste Gast des Ortes Johann Wolfgang von Goethe fest. Bei seinen Besuchen in Ilmenau weilte er auch mehrfach im Kammergut Unterpörlitz. Hierher führte er Frau von Stein am 6. August 1776, als diese ihn erstmals in Ilmenau besuchte. Wenig später erhielt die von ihm verehrte Frau seine Zeichnung mit dem Blick zum Wipfragrund mit der Anmerkung: "Hier hast du die Aussicht, wo wir zusammenstanden."

An dieser Stelle befindet sich heute der Goetheblick, er liegt nahe der Kirche hinter den Gebäuden und Gärten des ehemaligen Kammergutes, von wo aus man bei guter Sicht über den Wipfragrund den Singer Berg, die Reinsberge, den Willrodaer Forst bei Erfurt und den Riechheimer Berg erblicken kann. Auch heute ist dieser Grund das Ausflugs- und Wanderziel vieler Unterpörlitzer und Ilmenauer.

Nicht nur zum Suchen wohlschmeckender Heidel- und Preiselbeeren oder Pilze, zum Beobachten von Nieder- und Schwarzwild wird dieses Gebiet aufgesucht, sondern um Ruhe und Entspannung zu finden, reicht doch der Kiefernwald im Norden bis an die Ortslage heran. Nach 6 km Wanderung durch den schönen Streichgrund erreicht man auch den Stausee Heyda.

Unterpörlitz liegt rund 530 m über N.N., hat heute ca. 1.400 Einwohner, erstmals wird es 1351 urkundlich erwähnt. Das Stadtzentrum von Ilmenau erreicht man nach 2 km. Auf ehemaliger Unterpörlitzer Flur entstanden jedoch nach 1968 das große Industriegelände Ilmenau - heute ist es der Gewerbepark Vogelherd, der Campus und die Funkstation der Technischen Universität, das große Wohngebiet Pörlitzer Höhe, die Gewerbegebiete "Auf dem Steine" und "Am Wald", hierdurch ist eine räumliche Trennung beider Siedlungen kaum noch spürbar. 1981 erfolgte auf Beschluss der Gemeindevertretung die Eingemeindung in die Stadt Ilmenau.