Münzkeller
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Historischer Münzkeller

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Historischer Münzkeller

Der "Münzkeller" bekam seinen Namen aufgrund der unmittelbaren Lage neben der sogenannten "Alten Münze" und seiner Nutzung als Kellerhaus.

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Historischer Münzkeller
Wallgraben 6
98693 Ilmenau

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Das benachbarte Hauptgebäude des Münzkellers - die sogenannte "Alte Münze" - wurde wahrscheinlich im 17. Jh. errichtet. In den Jahren 1691 bis 1702 prägte man hier Umlaufmünzen und Ausbeutetaler. Zu dieser Zeit herrschte in Ilmenau ein reger Bergbau auf Kupfer und Silber, welche als Münzmetall dienten. Bedingt durch den Zweck des Gebäudes befinden sich unter der "Alten Münze" keine Keller. Der "Münzkeller" bekam seinen Namen also aufgrund der unmittelbaren Lage neben der sogenannten "Alten Münze" und seiner Nutzung als Kellerhaus.

Im 19. Jh. ging die "Alte Münze" an die Familie von Witzleben, die hier 1854 ein Fräuleinstift einrichtete. Es diente der Versorgung unverheirateter Töchter dieser Familie. Im Stift durften jeweils zwei Stiftsdamen gleichzeitig wohnen. Das Stiftungsinventar erwähnt ein zusätzliches Kellerhaus als "Holz- und Kutschenremise nebst darunter befindlichem Keller" - unseren heutigen Münzkeller.

Im Inneren des Münzkellers befinden sich zwei unterschiedlich tiefe Tonnengewölbe, die vermutlich aus dem 16. Jh. stammen. Die Gewölbekeller sind wahrscheinlich Reste eines früheren, selbständigen Gebäudes. Der tiefer gelegene Keller weist aufgrund seiner Baustruktur (quadratische Öffnung in der Gewölbekappe) auf seine Nutzung als Bierkeller hin. Das Braurecht war nur wenigen Bewohnern der Stadt erlaubt, die Betreiber der "Alten Münze" besaßen dieses Recht, eigenes Bier zu brauen. Der einfache Holzaufbau aus dem 18. Jh. (Fachwerk mit Bretterschlag) lässt die Nutzung des Gebäudes als Lager, Geräte- und Wagenschuppen für die nebenstehende "Alte Münze" vermuten.

Der Münzkeller zeigt sich heute in einer rekonstruierten, schlichten Bretterverkleidung, die an die Bauform des 18. Jh. anknüpft. Das Fachwerkhaus wurde von 1994 bis 1996 grundlegend saniert. Besonderer Wert wurde auf die Wiederverwendung der rund 200 Jahre alten handgestrichenen Dachziegel gelegt. Im Inneren dienen jetzt die Gefache für die Demonstration von in Ilmenauer Häusern verwendeten Baustoffen.

Das Gebäude wird für verschiedene Museumsangebote für Groß und Klein (z. B. "Schreiben wie zu Goethes Zeiten") genutzt und kann im Rahmen von Stadtführungen besichtigt werden.