Luftbild der Stadt Ilmenau (2001)
© Wolfgang Kliebisch, Schüler Video Club (2001)

Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Ilmenau 2035 - Fortschreibung

Stadtentwicklungskonzept Ilmenau 2035 - Fortschreibung unter Berücksichtigung der Gemeindeneugliederung

In ihrem Stadtentwicklungskonzept (ISEK) setzt sich die Stadt Ilmenau bereits seit 2002 einen langfristigen Orientierungsrahmen für die Stadtentwicklung. Aufgabe dieses Konzeptes ist es, unter Berücksichtigung der regionalen und gesamtstädtischen Rahmenbedingungen, die vielfältigen und unterschiedlichen Interessenlagen in der Stadt zu einer gemeinsamen Gesamtstrategie zusammenzuführen.

Neue Rahmenbedingungen: Ilmenau ist gewachsen!

Mit Vollzug der Thüringer Gebietsreform, auf Grundlage der Neugliederungsgesetze vom 06.07.2018 und 01.01.2019, ist aus einer Stadt mit fünf Ortsteilen ein Verbund aus Kernstadt und 16 Ortsteilen, mit 50 % gestiegener Einwohnerzahl und dreifacher Fläche entstanden. Ein neues Selbstverständnis der gewachsenen Stadt Ilmenau ist deshalb erforderlich.

Im Rahmen einer Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes soll bislang Erreichtes aufgezeigt und aus der Analyse einstiger und derzeitiger Rahmenbedingungen auf eventuelle Veränderungen in der Strategie der zukünftigen Stadtentwicklung geschlossen werden. Ziel der Fortschreibung ist insbesondere die Verständigung auf ein, auf die Gesamtstadt abgestimmtes Leitbild und damit die Schaffung einer neuen Handlungs- und Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung für die kommenden 15 Jahre.

Das Stadtentwicklungskonzept wird von einem Expertenteam um das Stadtplanungsbüro UmbauStadt aus Weimar und Berlin im engen Austausch mit der Stadtverwaltung Ilmenau und entscheidenden Akteur*innen der Stadtentwicklung erarbeitet. Ebenso sollen alle Ortsteile mit ihren Bürger*innen in den Prozess einbezogen werden.

Wir würden uns freuen, wenn die Bürger*innen der Stadt Ilmenau aktiv an diesem Prozess teilnehmen und freuen uns über Ihre Ideen und Feedback.

Kontakt: stadtplanung@ilmenau.de

 
Haben Sie Fragen zum Datenschutz, dann können Sie sich hier informieren.

 

Leitbild der Stadtentwicklung Ilmenau

Rückblick : Ilmenau vor der Gebietsreform - Kernstadt mit fünf Ortsteilen

 

Anlass des Stadtenwicklungskonzeptes von 2002 und dessen Fortschreibung 2010 waren die in den 1990er Jahren einsetzenden strukturellen Veränderungen. Einst von der Glasindustrie geprägt, entwickelte sich Ilmenau zunehmend als Universitätsstadt und Standort universitätsnaher und technologieorientierter Nachfolgeeinrichtungen. Gleichzeitig zeigten sich auch in Ilmenau, dem bundesweiten Trend folgend, demografische Veränderungen. Die neuen Rahmenbedingungen erforderten ein strukturelles Umdenken in der Stadtentwicklung.Im sich verschärfenden Standortwettbewerb galt es, sich sowohl als Wohn- als auch als Arbeitsstandort weiter zu profilieren.

Unter dem Leitbild "Goethe- und Universitätsstadt im Thüringer Wald - Stadt der Bildung und Wissenschaft" erfolgten in den vergangenen 20 Jahren Maßnahmen zur Differenzierung der Wohnangebote, zur Umstrukturierung der Plattenbaugebiete sowie zur Stärkung der Kernstadt.

Fortschreibung : Ilmenau nach der Gebietsreform - Kernstadt mit 16 Ortsteilen

Die Anpassung des Wohnungsmarktes und die Stärkung der weichen Standortfaktoren sind auch heute noch zentrale Handlungsfelder der Ilmenauer Stadtentwicklung. Gleichzeitig steht die Stadtentwicklung vor neuen Rahmenbedingungen. Seit Fertigstellung des "alten" Stadtentwicklungskonzeptes im Jahr 2010 ist Ilmenau im Zuge der Gemeindeneuregulierung um insgesamt 11 Ortsteile (OT) erweitert worden: OT Stadt Langewiesen, OT Stadt Gehren, OT Gräfinau-Angstedt, OT Bücheloh, OT Wümbach, OT Jesuborn, OT Pennewitz, 
OT Oehrenstock, OT Stützerbach, OT Frauenwald und OT Möhrenbach.

Ilmenau zeigt sich heute als Stadt mit unterschiedlichen Prägungen, Qualitäten und Potenzialen : Nördlich der Ilm eingebettet in Hügel und Felder, im Süden mitten im Thüringer Wald, in der MItte ein urbanes Band zwischen Roda und Gehren. Die neue Identität Ilmenaus wird durch eine räumliche Dreiteilung der Gesamtstadt - der ländlich geprägte Nordosten, das urbane Band und der waldreiche Süden - bestimmt. Aus dieser neuen Stadtgestalt und aus dem anhaltenden Struktur- und Klimawandel erwachsen neue Herausforderungen, aber auch Chancen, die Ilmenau für eine weitere erfolgreiche Stadtentwicklung gezielt steuern und nutzen will.

"Ilmenau 2035 : Vielseitig vernetzt, Nachhaltig neu ! " Unter diesem übergeordneten Leitbild wird gegenwärtig das Stadtentwicklungskonzept von 2010 fortgeschrieben. In diesem verständigt sich Ilmenau auf zentrale Leitlinien und Leitprojekte für die Stadtentwicklung der kommenden 15 Jahre.

Die Fortschreibung des ISEK Ilmenau 2035 befindet sich derzeit in Bearbeitung und ist kein abgeschlossenes Konzept. Nach einer umfangreichen Bestandsanalyse in den Themenfeldern Identität/ Bau- und Siedlungsstruktur –  Demografie und Wohnstandort – Technologie und Wirtschaftsstandort – Bildung, Kultur und Soziales – Freiraum, Freizeit und Tourismus – Mobilität und Verkehr – Energie und Klimaschutz wurden Leitbilder und Leitlinien sowie daraus abgeleitet Projektvorschläge für die Gesamtstadt (das neue Ilmenau) und auf die Ortsteile heruntergebrochen erarbeitet. Im Ortsteilforum am 27.07.2021 wurde dieser Prozess bereits vertieft.


Ortsteilforum am 27.07.2021

Im Rahmen eines Ortsteilforums am 27.07.2021 diskutierten über 65 Vertreter*innen aus allen Ortsteilen im Plenum und in teilräumlichen Arbeitsgruppen intensiv und konstruktiv über die bislang entwickelten Leitbilder und Leitlinien des neuen Stadtentwicklungskonzepts Ilmenau 2035. Die Inhalte wurden vor dem Hintergrund der ganz konkreten Problemstellungen „vor Ort“ gespiegelt, konstruktiv weitergedacht, zum Teil auch kritisch hinterfragt. Deutlich wurde, wie entscheidend die Stärkung einer gemeinsamen Identität der neuen Stadt Ilmenau ist, deren Besonderheit und Attraktivität gerade aus der unmittelbaren Nähe unterschiedlichster Qualitäten und Angebote zwischen Hightech-, Bildungs-, Kultur-, Tourismus- und Wohnstandort erwächst. Diese Qualitäten zielgerichtet zu stärken, vor allem aber noch besser zu verknüpfen und gemeinsam zu vermarkten, wurde als zentrale Herausforderung und Chance für Ilmenau herausgestellt.

Die Anregungen und Ideen fließen in die weitere Überarbeitung des Stadtentwicklungskonzepts ein und geben Politik und Verwaltung bereits jetzt schon neue Impulse.

Den Zeitplan finden Sie hier.

Als Stadtentwicklung bezeichnet man die räumliche, historische sowie strukturelle Gesamtentwicklung einer Stadt. Der Begriff Stadtentwicklung wird hier – im Gegensatz zu einer zufällig verlaufenden Entwicklung – als aktiver Planungs- und Veränderungsprozess der gesamten Stadt verstanden.

Im Unterschied zum Städtebau, der sich stärker auf die baulich-räumliche Entwicklung von Teilbereichen bezieht, geht es bei der Stadtentwicklung im Sinne einer Stadtentwicklungsplanung um die Steuerung der Gesamtentwicklung der Stadt, die auch die gesellschaftliche, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Entwicklung beinhaltet. Stadtentwicklung verlangt somit eine interdisziplinäre, integrierte und zukunftsgerichtete Herangehensweise.

Ein Instrument der Stadtentwicklung ist das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Es dient als langfristiger Orientierungsrahmen für die Stadtentwicklung und leitet konkrete Maßnahmen aus der Gesamtstrategie ab.

Die Erstellung eines ISEK ist Fördergrundlage für sämtliche Programme der Städtebauförderung.

Das Stadtentwicklungskonzept 2010 finden Sie hier.

Die Fortschreibung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Ilmenau 2035 mit Arbeitsstand vom 11.08.2021 finden Sie hier.