Kickelhahnturm im Winter
© Wolfgang Kobe

Die Stadtverwaltung Ilmenau wirbt für mehr Ausbildung
in privaten Unternehmen genau wie in öffentlichen Institutionen und geht mit gutem Beispiel voran

Mit dem Angebot einer Berufsausbildung übernehmen Firmen und öffentliche Einrichtungen seit eh und je Verantwortung für junge Menschen und leisten einen Beitrag zur Sicherung der wirtschaftlichen Entwicklung. Nach Angaben der IHK in Thüringen stellt der Fachkräftemangel ein erhebliches Risiko für die Wirtschaft im Freistaat und in Gesamtdeutschland dar. Der bestehende Mangel wird in den nächsten Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung und des Strukturwandels in der Automobilindustrie und in anderen Wirtschaftszweigen sowie aufgrund der Digitalisierung voraussichtlich noch weiter zunehmen. Daher wirbt die Stadtverwaltung für noch mehr Eigeninitiative in Unternehmen und öffentlichen Institutionen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Die Stadtverwaltung Ilmenau bildet in jedem Jahr junge Menschen im Verwaltungsdienst und in etlichen weiteren Berufsbildern aus. So werden auch im kommenden Jahr zwei Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsstellen für den Beruf der/des Verwaltungsfachangestellten (Fachrichtung Landes- und Kommunalverwaltung), eine Bewerberin bzw. ein Bewerber im Beruf der Kauffrau bzw. des Kaufmannes für Tourismus und Freizeit sowie eine Bewerberin bzw. ein Bewerber im Beruf der Gärtnerin bzw. des Gärtners in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau gesucht.

„Dies geschieht zu einem großen Teil mit Blick auf den eigenen Bedarf an talentierten und fähigen Nachwuchskräften, wir möchten aber auch unsere Verantwortung gegenüber jungen Menschen wahrnehmen, ihnen eine Berufsausbildung und damit die Möglichkeit zu einem erfolgreichen beruflichen Einstieg ermöglichen. Schlussendlich müssen wir auch unserer Vorbildfunktion als Stadt gerecht werden.“ sagt Oberbürgermeister Dr. Daniel Schultheiß. Daher werden zumeist mehr Auszubildendenstellen geschaffen, als den Erwartungen nach Stellen frei werden. Dennoch erhält jede Auszubildende und jeder Auszubildende nach dem erfolgreichen Abschluss eine Anschlussanstellung für mindestens ein Jahr, um sich beruflich zu orientieren. In den allermeisten Fällen ist dennoch eine dauerhafte Übernahme möglich.

Die Suche nach qualifiziertem Personal gestaltet sich aber zunehmend anspruchsvoll, wenn Fachkräfte benötigt werden, die nur extern verfügbar sind. Deshalb sollte der Schwerpunkt in allen Branchen mehr und mehr auf die interne Ausbildung gelegt werden, um selbst Fachkräfte hervorzubringen. Gerade in technischen Berufen des Handwerks und der industriellen Fertigung ist der Mangel an Nachwuchskräften deutlich spürbar. Die städtische Wirtschaftsförderung berät Unternehmen jeder Größe, aber auch Handwerksbetriebe sehr gerne zu den Möglichkeiten, aber auch den Herausforderungen der Ausbildung.

Aber auch im Dienstleistungssektor und der Verwaltung bleibt die Zahl der zur Verfügung stehenden, qualifizierten Berufseinsteiger hinter dem Bedarf zurück.

Ein großer Teil der Schulabgängerinnen und Schulabgänger entscheidet sich zudem für ein Studium. Vor allem in nichtakademischen und praktischen Berufen fehlt der Nachwuchs. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen allein ist es sowohl finanziell als auch personell schwierig genügend Ausbildung zu realisieren und Absolventen hervorzubringen. 

„Wir werben daher dafür, dass möglichst viele Unternehmen und auch die öffentliche Hand noch mehr Verantwortung übernehmen und ausbilden. Das gilt mit Blick auf die berufliche Zukunft junger Menschen, aber auch für die gesamte Wirtschaftsentwicklung in Thüringen. Gerne teilen wir mit interessierten Unternehmen und Institutionen unsere gute Erfahrung bei der Ausbildung junger Menschen.“ fasst Oberbürgermeister Schultheiß zusammen.

30.11.2021