Bild: Goethebrunnen auf dem Friedhof

Der Goethebrunnen

Goethebrunnen auf dem Hauptfriedhof
Goethebrunnen auf dem Hauptfriedhof
Goethebrunnen auf dem Hauptfriedhof (Detail)

Am 28. August 1932, zu Goethes Geburtstag und im Welt-Goethejahr, wurde diese Brunnenanlage festlich eingeweiht. Errichtet wurde die Anlage 1931, im Jahr der 100. Wiederkehr von Goethes letztem Geburtstag, den dieser ja in der Stadt Ilmenau verbracht hatte. Es entstand eine Art städtisches Goethedenkmal im Jubiläumsjahr. Gebaut wurde die Brunnenanlage nach Entwürfen des damaligen Stadtbauführers Stachura mit einheimischen Materialien. Die Porphyrsteine stammen aus dem ehemaligen städtischen Ratssteinbruch.
Der Ilmenauer Bauhausschüler Wilhelm Löber schuf im Bauhausstil das künstlerische Relief mit dem Spruch: „Stirb und Werde", der ja in Goethes Werk „West-östlicher Divan" eine Rolle spielte. Zur Zeit des Nationalsozialismus galt das Relief als entartete Kunst und wurde mit Brettern verhüllt.

 

Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet:
Das Lebendige will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.

In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt dich fremde Fühlung,
Wenn die stille Kerze leuchtet.

Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.

Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt.

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.