Bild: Geisslerröhre, Foto: Lutz Ebhardt, Gotha

SONDERAUSSTELLUNG

Technische Innovationen aus der Region Ilmenau

vom 01. Mai 2016 bis 23. Oktober 2016 - verlängert bis 30. Dezember 2016!

 

DER WIRTSCHAFTSSTANDORT



Graphitform für Soffittenlampen
Foto: Lutz Ebhardt, Gotha

Mitte des 19. Jahrhunderts war Ilmenaus Wirtschaft von der Porzellan- und Spielwarenfabrikation, vor allem aber von der Glasherstellung geprägt. In der Stadt und der näheren Umgebung stellten kleine und mittelständische Unternehmen die ersten Thermometer, Glühlampen und Röntgenröhren her. Hinzu kamen Spezialgläser für Labore, die besondere Fertigkeiten beim Arbeiten vor der kleinen Flamme voraussetzten.

Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Erfindungen aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik sowie Werkstoffkunde hinzu. Handwerkliche Fertigkeiten und technische Neuerungen wurden effizient miteinander verknüpft. Damals entstanden in den neu gegründeten Industriebetrieben erste Leuchtstoffröhren, Soffittenlampen und die wohl erste elektrische Weihnachtsbaumbeleuchtung.


 

DIE BILDUNGSSTADT



Postkarte, Technikum

Die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der Ilmenauer Region basierte auf zwei grundlegenden Voraussetzungen: Erfindergeist und technische Meisterschaft. Besonderen Einfluss hatten die 1894 gegründeten Bildungseinrichtungen: die Glasfachschule und das Technikum.

Mit der Großherzoglich-Sächsischen Fachschule und Lehrwerkstatt für Glasinstrumentenmacher wurde eine hundert Jahre währende Ausbildung auf dem Gebiet der Glasinstrumenten-Technik begründet. Das Thüringische Technikum hatte die Ausbildung von Ingenieuren für Maschinenbau und Elektrotechnik zum Ziel. Prägende Persönlichkeit wurde Georg Schmidt. Er leitete das Technikum von 1903 bis 1948. Schmidt vereinte die Ausbildung von Ingenieuren, Technikern und Werkmeistern mit dem Ziel hoher praktischer und theoretischer Leistungsfähigkeit. Weitsichtig führte er moderne Ausbildungsrichtungen wie den Automobil- und Flugzeugbau, die Fernmelde- und Hochfrequenztechnik oder die Rundfunk- und Fernsehtechnik ein .

Der Ruf des Technikums hatte zweifelsfrei auch Bedeutung für die Entscheidung, Ilmenau 1953 als Standort für die Neugründung einer Hochschule für Elektrotechnik zu wählen, aus der sich 1992 die Technische Universität Ilmenau entwickelte.


 

DIE INNOVATIONEN



Patentinhalator der Firma Macholdt
Foto: Lutz Ebhardt, Gotha

Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandene Netzwerk zwischen Forschung, Ausbildung und Praxis bildete die Erfolgsgarantie für die Ilmenauer Industrie. Es machte die Innovationen und Erfindungen möglich, die ihren internationalen Erfolg begründeten. Das belegen zahlreiche Exponate, so zum Beispiel älteste Kathodenstrahlröhren, ein Patentinhalator der Firma Machholdt, das von Ernst Juchheim erfundene Glas-Kontaktthermometer, historische Thermosgefäße, die von Gustav Eiternick erfundene Graphitform für Soffittenlampen, der erste Personal-Computer der DDR, der einzig waschbare Glacéhandschuh der Firma Bulling, eine Kartoffelreibe der Firma Katzmann, ein Rodel „System Heyge“, ein Corona-Füllfederhalter sowie Ilmenauer Patentporzellan. Auch Kurioses, wie zum Beispiel ein Backofenschieber für Brezeln, ist zu sehen. Parallel dazu gewährt die Ausstellung einen Einblick in innovative Produkte und Technologien von einigen Ilmenauer Firmen, die sich gegenwärtig erfolgreich am nationalen und internationalen Weltmarkt behaupten.