Bild: GoetheStadtMuseum im Amtshaus

SONDERAUSSTELLUNG

Wer war Hermann S.?

Hermann Schaeffer (1824-1900)
Ein vergessener Pionier der gewerblichen Bildung

Eine Ausstellung des Stadtmuseums Jena und des GoetheStadtMuseums Ilmenau
vom 2. Dezember 2012 bis 7. April 2013



Hermann Schaeffer, zwischen 1880 und 1890

Mit Hermann Schaeffer beherbergte Ilmenau zwischen 1866 und 1898 einen seiner ungewöhnlichsten Kurgäste. Wer war dieser Professor aus Jena, der in diesen 32 Jahren 25mal in diese Stadt kam? Wer verbirgt sich hinter diesem Namen, den seinerzeit in Thüringen vielleicht fast mehr Leute kannten als den Bismarcks? Von den Glas- und Spielzeugmachern des Thüringer Waldes hochverehrt, ist er heute vergessen und lediglich eine Straße und ein Denkmal erinnern an Professor Hermann Schaeffer.

Die Ausstellung möchte wieder in Erinnerung rufen, welche Verdienste sich dieser Kurgast gerade auch in Ilmenau erworben hat. Kümmerten sich andere Kurende mehr um ihre Anwendungen, sorgte sich Schaeffer um die praktische Anwendung der Wissenschaften. Früh hatte er die Notwendigkeit einer soliden Bildung für alle erkannt und die Bedeutung der Bildung für Handwerk und Industrie. Auf seine ganz persönliche, oft sehr unkonventionelle Art, brachte er die Wissenschaften aus dem Hörsaal in Fabriken und Werkstätten. Die Kur, die er den Gewerben verschrieb, bereitete den Boden für wichtige berufsfachliche Bildungseinrichtungen und trug zum Entstehen eines neuen Industriezweiges im Thüringer Wald bei. Auf dem Weg der Thüringer gewerblichen Wirtschaft in das 20. Jahrhundert gehörte Schaeffer zu ihren frühesten und wichtigsten, wenn auch heute vergessenen Begleitern.

Nicht zuletzt: Hermann Schaeffer engagierte sich mit seiner unbändigen Arbeitswut für die Modernisierung der Gewerbe. Mit Rat und Tat stand er Fabrikherren wie einfachen Handwerkern bei. Auch bei persönlichen Problemen konnten vor allem die einfachen Leute in und um Ilmenau auf seinen Beistand hoffen. Nicht zuletzt deswegen ist er gerade diesen als „ihr" Professor Schaeffer in Erinnerung geblieben.