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Dr. Juliane
Rauprich, Ute Bach, Wilhelm Bekos und Bernd Frankenberger haben
das Projekt mit ihren umfangreichen Kenntnissen zur Geschichte
Ilmenaus bisher begleitet. Auch die "Spurensuche - Fragmentarisches
zur Geschichte der jüdischen Gemeinde" von Gerlinde
Hoefert aus dem Ilmenau-Buch (1995) hat die Recherchen bereichert.
Schüler des Goethegymnasiums arbeiteten mit der Arbeitsgruppe
im Stadtarchiv zusammen. Drei von ihnen schreiben ihre Seminarfacharbeit
zum Thema der Verfolgung im deutschen Faschismus.
Auf den ersten
drei Ilmenauer Stolpersteinen in der Naumannstraße
stehen die Namen einer Familie: Dr. Walter Eichenbronner, Flora
Eichenbronner und Gisela Eichenbronner.
Giselas zehnter Geburtstag am 11. April (1932 geboren) lag noch
nicht einmal einen Monat zurück, als sie am 10. Mai 1942
mit ihren Eltern und vielen anderen Ilmenauer Juden in das Ghetto
Belzyce deportiert und damit in den Tod geschickt wurde.
Christine Spira und Gerlinde Hoefert aus der Arbeitsgruppe "Stolpersteine"
übernahmen gemeinsam die Patenschaft über den Stein
für Gisela Eichenbronner. Sie haben beide ebenfalls am 11.
April Geburtstag. Prof. Peter Scharff, Rektor der Technischen
Universität, hat ebenfalls eine Patenschaft übernommen
und eröffnete die Aktion. Susanne Spira, Schülersprecherin
des Goethegymnasiums, hat die Erinnerung an diese jüdische
Familie wachgerufen.
Der zweite
Verlegungsort ist die Schleusinger Allee (frühere
Schleusinger Straße 22) hinter dem Hotel "Tanne",
nicht weit vom "Tannenlädchen". Hier wurde der
Stein für Emil Streiter verlegt. Emil Streiter fand
zunächst bei seinem Zwillingsbruder Fritz Streiter, dem damaligen
Kapellmeister der Stadt, vor den NS-Schergen Zuflucht. Emil war
wie sein Bruder Musiker und außerdem Fotograf. Er wurde
denunziert und gemeinsam mit seinem Bruder Fritz verhaftet, Beweise
fand man keine. Emil wurde allein wegen defätistischer Äußerungen
gegen Hitler und das Naziregime hingerichtet. Seine Denunziantin,
eine "fanatische Nazi-Anhängerin", wie sie H. J.
Weise in seinem TA-Artikel vom 26.01.2001 beschrieb, kam 1947
mit vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust vor
dem Militärgericht mit dem Leben davon. Dr. Klaus Leuner
äußerte sich dazu.
Es folgten
vier Steine in der Straße des Friedens 23, vor dem
ehemaligen Eichenbronnerschen Kaufhaus. Hier wird an den Kaufmann
David Eichenbronner, seine Frau Mathilde, geb. Ortenberger,
deren Tochter Marie Naumann und die Schwägerin von David,
Mathilde, geb. Wesermann erinnert. David Eichenbronner wurde
bereits 1934 in den Selbstmord getrieben. In diesem Jahr 1934
wurde sein Enkel Peter Naumann geboren.
Peter Naumann konnte seinen Großvater nie kennen lernen.
Er ist der letzte Überlebende der Familie und lebt heute
in Sao Paulo (Brasilien). Im Juni wird er nach Ilmenau kommen
und dann den Stein für seine Mutter Marie Naumann an diesem
Platz finden.
Der neunte
Stein ist Sally Gabbe gewidmet. Er wurde am Mühltor,
Ecke Mühlgraben, gegenüber der "Alten Försterei"
verlegt. Sally Gabbe war Inhaber der Korsettfabrik. Er wurde mit
anderen Ilmenauer Juden am 20. September 1942 nach Theresienstadt
deportiert. Sally Gabbes Hungertod wurde in den Akten vom KZ Theresienstadt
am 23. April 1944 akribisch "registriert". Das Verhungern
lassen als Vernichtungsmethode war politisches Kalkül in
den Konzentrationslagern. Die Worte zur Erinnerung an Sally Gabbe
sprach Ursula Nirsberger, Beigeordnete des Oberbürgermeisters
Gerd-Michael Seeber.
Der Künstler
und "Spurenleger" Gunter Demnig sagte zu Beginn der
Aktion etwas zu seinem Projekt "Stolpersteine". Die
Bläser der "Capella Juventa" begleiteten das Gedenken.
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