Geschichte
zu Manebach
1351
wird Manebach, der Ort links der Ilm, erstmals in einer Verzichtsurkunde
der Herren von Witzleben genannt. Kammerberg, rechts der Ilm gelegen,
fand unter dem Namen Hermannstein 1580 in einem Rechnungsbuch
der Stadt Ilmenau Erwähnung. Nach der Teilung der Grafschaft
Henneberg 1660 kam Manebach zum Herzogtum Sachsen-Gotha, Kammerberg
wurde dem Herzogtum Sachsen-Weimar zugeordnet. Die Ilm bildete
die Grenze. Einige noch erhalten gebliebene Grenzsteine zeugen
von dieser Teilung. So auch der Grenzstein an der Ilmbrücke,
über den der frühere Besitzer des Kammerberger Gasthofes
eine kleine Halle baute und Gäste darin bewirtete. Ein erstes
Schulgebäude erhielt Manebach 1616. Die schieferbedeckte
Kirche entstand 1682. Sie wurde zu Weihnachten geweiht und trägt
daher den Namen "Zum Kripplein Jesu".
Die Landschaft um Manebach bot kaum Möglichkeiten einer landwirtschaftlichen
Nutzung. Deshalb bildeten sich im Laufe der Jahrhunderte andere
Erwerbszweige heraus. Die Bewohner arbeiteten als Köhler,
Harzer, Pechsieder, Waldarbeiter, Flößer, Schachtelmacher
und als Bergleute. 1354 existierte bereits, urkundlich nachgewiesen,
ein Eisenhammer. Die erste Beschreibung des Manebacher Bergbaus
ist aus dem Jahre 1691 bekannt. Der Zehntner Friedrich Heyn beschrieb
die Andreas-Grube zu Manebach, Steinkohle wurde mit Unterbrechungen
von 1691 - 1949 gefördert.
Zehn verschiedene Mühlen nutzten die Wasserkraft der Ilm
zur Bearbeitung der unterschiedlichsten Rohstoffe. Dazu gehörten
Schneidemühlen, Mahlmühlen, eine Lohmühle und ein
Pochwerk zur Zerkleinerung von Braunstein.
Nachdem die oben erwähnten Gewerbe in der Mitte des 19. Jh.
immer mehr zurückgingen, mussten andere an ihre Stelle treten.
Fuhrleute und Kaufleute brachten aus Sonneberg Muster von Papiermachémasken
nach Manebach. 1832 nahm die erste Maskenfabrik "Eilers &
Mey" den Betrieb auf, gefolgt von "Heintz & Kühn"
1859. Die Mehrzahl der Beschäftigten waren als Heimarbeiter
angestellt. Die Manebacher Gewerbe gehörten zu den typischen
Heimarbeiterberufen in Thüringen im 19./20. Jh. In vielen
Ländern sind die Masken, Mützen und Laternen aus Manebach
verkauft worden. 1960 bzw. 1971 hörten die Maskenfabriken
auf zu arbeiten.
1860 ist das Gründungsjahr einer Porzellanmanufaktur. Bis
1972 stellte die Fabrik Gebrauchsporzellan her. Glasbläser
produzierten bis 1960 Thermometer und Laborgeräte.
Die ersten Kurgäste kamen 1865. Die herrliche Landschaft
und die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse - 1904 wurde
die Eisenbahnstrecke von Ilmenau nach Schleusingen in Betrieb
genommen - zogen immer mehr Urlauber in das liebliche Ilmtal.
In den 1960er Jahren erholten sich bis zu 10.000 Gäste im
Jahr in Manebach.
Die Orte Manebach und Kammerberg waren bis 1922 noch zwei Dörfer.
Sie wurden nach der Bildung des Landes Thüringen zu Manebach
vereinigt.
Durch
die beiden Weltkriege hatte Manebach zahlreiche Opfer zu beklagen.
Gefallene
und Vermisste des 1. Weltkrieges - Gefallene
und Vermisste des 2. Weltkrieges
Der Toten wird am Kriegerdenkmal, das weithin sichtbar am Oberen
Berggrabenweg steht, und auf dem Friedhof 1 gedacht.
1994 erfolgte die Eingemeindung nach Ilmenau.
Teile
des Textes entstammen der Broschüre " Der Obere Berggraben - ein
kulturhistorischer Lehr- und Wanderweg", den die Autorin Monika
Meyer darin erstmals veröffentlichte.