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1970
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Abitur in Jena und Staatsexamen
Krankenpflege, anschliessend Wirtschaftsstudium Merseburg/
Leipzig
Intensive Beschäftigung mit archaischen und alten Hochkulturen,
Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, mit bildender
Kunst, östlichen und westlichen Philosophien, Literatur
und Musik
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Kunst
am Weg - Archaisches und Mythisches
Barbara
Neuhäuser begibt sich auf die Suche nach alten archaischen
Zeichen, sie setzt bewusst Spannungen in den Stadtraum von
Ilmenau, um dem Betrachter eine neue Bewusstseinswahrnehmung
zu ermöglichen. Ihre Arbeiten im öffentlichen Raum
werden nicht nur zum Spiegel ihrer eigenen Wahrnehmung, nein,
sie zeigt damit das bewusste Verändern der Wahrnehmung
von Kunst und Umwelt in einer archaischen Formsprache.
Es entsteht ein bewusster Dialog zwischen Kunst und Umwelt,
der schon zum 3. Male in der Stadt Ilmenau auffordert, mit
moderner Kunst und dem historischen Stadtraum ins Gespräch
zu kommen. Kunstfreunde und Passanten haben jetzt die Möglichkeit,
neue Inspirationen aus diesem Wechselspiel zu erfahren. Barbara
Neuhäuser - aus Gröben bei Jena - setzt Zeichen.
Sie markiert mit ihren Skulpturen den Stadtraum neu und zeigt
dabei Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen. Ganz
bewusst setzt sie ihre Arbeiten an Stellen, an denen diese
mit der Umgebung eine besondere und spannungsvolle Symbiose
eingehen. Sie suchte bewusst Plätze und Stellen, die
zu wichtigen Markierungspunkten der Stadt gehören und
nicht nur einfach als Akzente wahrgenommen werden sollen,
sondern dem einen oder anderen Weg und Platz eine tiefere
Sinnschicht verleihen sollen. Denn Barbara Neuhäuser
sucht in der Stille Zeichen, Symbole und Strukturen im Stein,
die sie aus der Tiefe des Steins herausarbeitet. Langsam und
sachte beginnt sie ihre Arbeit am und mit dem Stein, der ihr
Fragen und Antworten zugleich gibt. So erkundet sie Lebensfragen
und findet nicht selten in ihren Symbolen und Zeichen eine
Ausdrucksmöglichkeit, in das Inneren des eigenen Ichs
vorzudringen und alte Mythen und Mysterien zu thematisieren.
Es entsteht mit dem Stein ein Dialog und eine bewusste Auseinandersetzung
mit alten Kulturen, in denen sie Inspirationen für ihre
Arbeiten findet. Das Mystische der alten afrikanischen Kulturen,
die Suche nach der einfachen Form, das Ersinnen der magischen
und nicht mit Worten zu beschreibenden Erlebnisse, graben
sich in den Stein, in ihre Zeichen und in ihre bewusste Gestaltung
ein. Auf der Reise durch die Stadt erlebt man ein Wechselspiel
mit vielleicht längst unbekannten Zeichen und Symbolen
in ihren Arbeiten und der modernen Alltagskultur, wenn man
plötzlich einer in sich ruhenden Stele begegnet, die
nahezu archaisch in der Ausführung aufgestellt ist, sollte
man inne halten und den Rhythmus von Zeit, Tag und Nacht erfassen.
Auch in der Gestalt des nicht gleich sinnlich Erfassbaren,
denn hier beginnt der Dialog mit dem eigenem Ich. So ist man
auf der Reise in das Innere des Steins und sieht in der Struktur
der Steine nicht nur Stadtraummarkierungen, sondern einen
tiefen Dialog, der geprägt ist von Erinnerungen, Schmerz
und Sehnsüchten, die sich unter der Oberfläche des
Steins verborgen halten. Wir unterliegen der ständigen
Veränderung und sind auf der Suche nach Kommunikation,
selten auch nach dem Doppelgänger und finden einen neuen
Ort der zwischenmenschlichen Kommunikation, die sich in der
Vielzahl der Doppelköpfe auch wiederholt zeigt. Das Bild
des Doppelkopfes erzeugt ein Abbild im Raum, an dem geschlossene
Augen zu sehen sind, die den Blick für und in die Wirklichkeit
verloren haben. Scheinbar weltfremd wirken sie meditierend
auf dem Sockel und zeigen in der Gestalt Menschliches und
Animalisches zugleich. Wirkliches und Unwirkliches vermischt
sich in ihren Arbeiten. Barbara Neuhäuser sucht und findet
neue Spuren im Stein, bearbeitet in zarter und expressiver
Rhythmik diesen und erzeugt ganz bewusst Strukturen, die in
der Wirkung des Lichtes zum Ausdruck kommen, die sich stetig
verändern im Tageslicht, wenn der "große Vogel"
von 2002 dann den Abendgesang beginnt, ist man eingebunden
in Kunst- Raum und Wahrnehmung.
Diana
Henkel-Trojca
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