Bild: Amtshausdetail

Sonderausstellungen

Das GoetheStadtMuseum Ilmenau bietet seinen Gästen regelmäßig Sonderausstellungen zu stadtgeschichtlichen und überregionalen Schwerpunkten an. Im Mittelpunkt stehen dabei zum einen verschiedene Aspekte der Geschichte Ilmenaus, von der Entwicklung bestimmter Industriezweige, wie die  Spielwarenherstellung, bis hin zu wichtigen Persönlichkeiten, die in Ilmenau wirkten. Zum anderen gibt es aber auch eine Kopplung an Themenjahre wie 2010 zum Thema "250 Jahre Thüringer Porzellan" oder 2017 zum 500jährigem Reformationsjubiläum.

Im Jahr 2017 ist nur für kurze Zeit eine Ausstellung zu sehen, die vor allem Einblick in die Museumsarbeit hinter den Kulissen gewähren soll. Unter den Titel "Von Max Ackermann bis zur Prunkvase - Ankäufe des GoetheStadtMuseums Ilmenau seit 2010" sind sonst verborgene Museumsschätze zu bestaunen.
Die zweite Sonderausstellung  ist einem Ilmenauer Künstler gewidmet. "Menschenbilder - Impressionen des Ilmenauer Malers und Grafikers Walter Heider (1909-1989)" heißt die Schau, in der der tätige Mensch im Fokus steht. Ergänzend dazu werden Heiders Lanschaftsbilder in der Ilmenauer Hauptfiliale der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau gezeigt.
Die dritte Ausstellung stellt den Theologen und Pfarrer Wilfrid Spinner vor, der 1885 im Auftrag des Weimarer Herzogs nach Japan reiste, um die jungen evangelischen Gemeinden in Tokio und Yokohama zu betreuen. Damit beleuchtet die Ausstellung die spannende Geschichte evangelischer Missionsbestrebungen in einem weit entfernten Land am Ende des 19. Jahrhunderts und bietet die Möglichkeit, einem weniger bekannten Teilaspekt des großen Reformationsthemas auf die Spur zu gehen.


DEMNÄCHST

Menschenbilder - Impressionen des Ilmenauer Malers

und Grafikers Paul Walter Heider

21. Mai bis 3. Oktober 2017



Walter Heider:
Walter Heider: "Neubauer", Lichtdruck, 1946

Die Ausstellung ist dem überaus reichhaltigen Schaffen des Ilmenauer Malers und Grafikers Walter Heider gewidmet. Er wurde 1909 in Ilmenau geboren und erhielt eine erste Ausbildung als Anstreicher im elterlichen Malergeschäft. Sein großer Traum, am Bauhaus bei Paul Klee zu studieren, ging aus finanzieller Not nicht in Erfüllung. Mit erstaunlichem Engagement bildete sich Walter Heider autodidaktisch weiter, dabei stand der Mensch Zeit seines Lebens im Mittelpunkt seiner Werke. Nach einer Studienreise nach Schweden zu seinem Bruder zu Beginn der 1930er Jahre begann Heider vor allem tätige Menschen zu zeichnen. Als außerordentlich guter Beobachter hielt er das Gesehene in expressiv-realistischer Darstellungsweise fest. In den 50er Jahren beschäftigte sich Walter Heider verstärkt mit druckgrafischen Techniken, vor allem der Lithografie. Seine Werke fanden vielfach Anerkennung auf Kunstausstellungen in Dresden und in verschiedenen Thüringer Orten. Ab Ende der 60er Jahre erweiterte Walter Heider seinen Malstil. Er versuchte sich unter anderem in kubistischen Kompositionen, wobei der Mensch immer Mittelpunkt seines Werkes blieb. Die verdiente Anerkennung blieb seit Mitte der 60er Jahre aus. Walter Heider zog sich mehr und mehr ins Private zurück. Sein Gesamtwerk wird von seiner Tochter bewahrt und ist gänzlich unbearbeitet. Die Sonderausstellung des GoetheStadtMuseums Ilmenau soll nach vielen Jahren erstmals an den vergessenen Ilmenauer Künstler erinnern.

 


AUSBLICK

Wilfrid Spinner - Schweizer Theologe

in Japan und Thüringen

Seine Sammlung japanischer Kult- und Pilgerbilder

29. Oktober 2017 bis 25. Februar 2018

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Völkerkundemuseum der Universität Zürich



Die Zehn Daseinsstufen der menschlichen Seele nach der Lehre der japanisch-buddhistischen Tendai-Schule. Völkerkundemuseum der Universität Zürich, Inv.-Nr. 19427

Im Lutherjubiläumsjahr 2017 bietet die Sonderausstellung des GoetheStadtMuseums Ilmenau die Möglichkeit der Beschäftigung mit einem wenig bekannten Thema. Beleuchtet wird die spannende Geschichte evangelischer Missionsbestrebungen des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach in einem weit entfernten Land am Ende des 19. Jahrhunderts.
Der Züricher Theologe Wilfrid Spinner ist in Thüringen wenig bekannt, obwohl er von 1892 bis 1896 Oberpfarrer in Ilmenau war und von 1896 bis 1918 die Tätigkeit des Oberhofpredigers in Weimar ausübte. Als Mitbegründer des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins AEPM war er einer der ersten Europäer der den evangelischen Glauben in das weit entlegene Japan brachte. Von Herzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach erhielt er 1885 den Auftrag, die jungen evangelischen Gemeinden in Tokio und Yokohama zu betreuen und dort gleichzeitig missionarisch tätig zu sein. Neben seinen Bemühungen, die evangelische Religion der einheimischen Bevölkerung nahezubringen, beschäftigte er sich intensiv mit der Glaubenswelt der Japaner. So war er ein begeisterter Sammler japanischer Kult- und Pilgerbilder und setzte sich intensiv mit dem spezifischen Buddhismus Japans auseinander. Seine wertvolle Sammlung fragiler  religiöser Papierrollen und Amulette, zumeist aus buddhistischen Tempeln, bewahrt das Völkerkundemuseum Zürich und stellte einen Großteil davon im Jahr 2015 im Rahmen einer Sonderausstellung aus. In enger Zusammenarbeit mit dem Völkerkundemuseum Zürich werden diese Preziosen nun erstmals umfänglich in Deutschland im GoetheStadtMuseum Ilmenau präsentiert. Gleichzeitig wird ein biografischer Abriss Wilfrid Spinners gegeben, zu dem sowohl seine Missionarstätigkeit in Japan, als auch seine pfarramtlichen Pflichten in Thüringen gehören.



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