Bild: Bahnhof Ilmenau Bad

Ilmenau-Bad

Die 1838 in Ilmenau eingerichtete Kaltwasserheilanstalt war nach der in Elgersburg die zweite in Deutschland. Über 100 Jahre belebten Badegäste und Sommerfrischler, vor allem in den warmen Monaten, das Stadtbild. Im Saisonbericht von Dr. Preller für den Sommer 1883 wurde mitgeteilt, dass von Mitte Mai- Anfang Oktober ca. 1.600 Kurgäste in Ilmenau weilten. 

Heute zeugen von dieser Zeit u.a. noch die Promenaden oberhalb des Südviertels.

 

Alter Kurpark

Den Alten Kurpark finden Sie zwischen der Waldstraße und der Scheffelstraße, hier befindet sich auch der direkte Zugang.

1866 erwarb Dr. Emil Preller das Gebäude der ehemaligen Kammwollspinnerei Höhn (später Kuranstalt Dr. Wiesel) und Grundbesitz rund um die Waldstraße, mit dem Ziel der Errichtung einer modernen Badeanstalt mit Kurgarten. Der Kurgarten umfasste damals ein größeres Areal; wahrscheinlich von der Scheffelstraße, zur jetzigen Herderstraße bis zur Villa Elisabeth. Von der Wasserheilanstalt führte ein oberer Ausgang in den Kurgarten. Der Kurgarten war öffentlich zugänglich, zur Unterhaltung wurden Konzerte u. ä. angeboten. Ein Teich diente als Forellenteich, in dem das Brauchwasser der Heilanstalt gesammelt wurde. Er wird vom Gabelbach gespeist. Über den Bach führt heute eine Brücke zu einem schattigen Spielplatz.

Eine kleine Besonderheit ist der Tulpenbaum. Der heutige kleine Baum muss das Kind eines gefällten alten Tulpenbaumes aus der Glanzzeit des Kurgartens sein. Ein interessanter Strauch befindet sich am Zaun zur Bebauung am Spielplatz. Dort haben sich Aralien etabliert, die Herkunft ist nicht klar, aber Aralien sind in Ilmenau nicht häufig anzutreffen. Wahrscheinlich stammen die Buchen am Treppenaufgang zur Scheffelstraße und die Eichen noch aus der Originalbepflanzung, ebenso einige der alten Linden.

 

Aus dem Buch von Major A.W. Fils 1873: „Die Bergstadt Ilmenau und seine Umgebung am Thüringer Wald":

„Dieser Park, eine Schöpfung des Sanitätsrat Preller, ist durch seine landschaftliche Schönheit nicht minder, als durch die große Anzahl der verschiedenartigsten, seltenen Nadelhölzer, bekannt.
Ein künstlicher See, in mitten des Parks wird von einem kristallhellem Gebirgsquell, dem Gabelbach, gespeist welcher raschen Laufes plätschernd über mehrere kleine Wasserfälle dahin fließt.
Laubengänge, Spielplätze usw. - besonders auch nette Blumenbeete und Laubholzgruppen, bringen die nötige Abwechslung hervor."

„Der unmittelbar an der Anstalt gelegene Garten ist mit Blumenbeeten und parkartigen Anlagen, mit Wasserfall, Mooshäuschen und mit einem Salon versehen. Dann finden wir noch einen Forellenteich, Bänke an schattigen Plätzen, auch eine Aussicht auf Stadt und Land"

 

Lessingpark

Der Lessingpark befindet sich direkt zwischen den Gleisen der Rennsteigbahn und der Waldstraße. Markant sind besonders seine hohen Kastanienbäume zur Straßenseite hin. Seinen heutigen Namen erhielt der Park im Lessingjahr 1954.

Mit dem Bau des Bahnhofs Ilmenau-Bad 1904 wurde die hier vorhandene Schlackenhalde, ein Überrest aus der Bergbauzeit Ilmenaus, abgetragen. An gleicher Stelle entstand ein kleiner Park für Kurgäste. Dabei versetzte man den 1869 parallel zur Waldstraße als Trinkhalle errichteten Holzbau an die Westseite des Platzes. Mit Springbrunnen, neuen Wegen und Bepflanzung war eine attraktive Anlage entstanden, die lange Zeit den ankommenden Kurgästen als erster Anlaufpunkt diente. Am 1. Juli 1907 eröffnete die Lesehalle am jetzigen Standort. Nach dem Rückgang des gewerkschaftlich organisierten Urlauberverkehrs nutzte die Volkssolidarität die Anlage bis 1999. Dank einer Privatinitiative wurde die Lesehalle 2004 saniert.
 

Ehemaliges Wellenbad

Am 01. Juni 1838 nahm in Ilmenau eine der ersten Kaltwasserheilanstalten Thüringens ihren Kur- und Badebetrieb auf. Neben verschiedenen Waldduschen entstand als wichtigste Kureinrichtung das Wellenbad im hinteren Teil des heutigen Stadtparks.


Das Badehaus wurde 1838 im klassizistischen Stil durch den Bauassessor Johann Christian Hertzer (1807-1884) errichtet und zählte seinerzeit zu den komfortabelsten Badeeinrichtungen. In zwei verschiedenen Anwendungsräumen, getrennt für Damen und Herren, stürzte das 6-8°C frische Ilmwasser aus 2,5m Höhe mit handgesteuertem Schwall auf die Badenden.
In Verbindung mit dem Kaltwasserbad sollte viel Bewegung an frischer Luft der Gesundung der Kurgäste dienen. Zu diesem Zweck entstand neben dem Wellenbad 1841 ein Turnplatz, angelegt durch den Berliner Kurgast Ernst Eiselen, der ein Schüler von Turnvater Jahn war.


Die parkartigen Anlagen wurden nach und nach erweitert und eine Reihe gut ausgebauter Fußwege angelegt. Mit der Einführung modernerer Heilmethoden und dem Bau bequemerer Kurgebäude im Stadtbereich verlor das Wellenbad seine Bedeutung und wurde um 1900 abgerissen.