Bild: Am Ratssteinbruch

Oberer Berggrabenweg

Oberer Berggrabenweg

Der Wanderweg Oberer Berggraben beginnt am Amtshaus in Ilmenau (496 m üNN) und endet nach ca. 18 km in Stützerbach. Sie wandern auf bequemen Forstwegen oder auf schattigen Waldpfaden und genießen von Bänken immer wieder herrliche Blicke in die Täler und den Ortsteil Manebach.

Er führt durch die Altstadt zum Abhang der Sturmheide durch das Berggrabengelände des Ilmenauer Reviers - vorbei an alten Halden, der Bergmannskapelle (510 m üNN) und dem Zechenhaus (525 m üNN). Über den Mittleren Berggraben erreichen Sie die Ravené-Hütte (588 m üNN), eine kleine Schutzhütte. Wenig oberhalb beginnt der eigentliche Obere Berggraben, der bis zum Freibachtal auf 12 km Länge nur etwa 13 m Steigung hat.

Nach ca. 3,5 km ab dem Amtshaus erreichen Sie den Ratssteinbruch (599 m üNN), der Ihnen einen Blick ins Tal und auf die gegenüberliegenden Berghänge eröffnet. Der Weg führt nun oberhalb des Ortsteils Manebach bis zur Kreuzung mit dem Goethewanderweg (595 m üNN) und zum Kriegerdenkmal (600 m üNN) oberhalb von Manebach. Nach ca 17 km haben Sie das Freibad (587 m üNN) in Stützerbach erreicht und können Ihre Wanderung bis zum Goethe-Haus (625 m üNN) fortsetzen oder wieder nach Ilmenau zurückkehren.

Wasserkunst im GoetheStadtMuseum

Der Obere Berggraben gehört zu dem Netz von Gräben und Teichen, die für die Wasserhaltung in den Bergwerken des Ilmenauer Reviers, für den Betrieb der Pochwerke und Schmelzhütten sowie zum Holzflößen angelegt wurden. Seit dem Jahre 1444 ist der Bergbau auf Kupfer und Silber in Ilmenau urkundlich belegt. Von Beginn an erwiesen sich die Wasserzuflüsse in den Gruben als Hauptproblem. Die zur Hebung des Wassers geschaffenen Künste wurden zunächst hauptsächlich mit Pferdekraft betrieben. Schon im Mittelalter ging man dazu über, die tierische Arbeitskraft durch die Kraft des Wassers zu ersetzen. Dazu wurde im Gebirge Wasser angestaut und über Berggräben bis zu den Schachtanlagen geleitet. Bereits um 1475 wird ein Berggraben für das Ilmenauer Revier erwähnt. In den Jahren 1688 bis 1691 wurde der Obere Berggraben unter Berghauptmann von Utterodt angelegt. Er führte das Wasser ab Stützerbach am Mittleren Freibachteich und verlief am Berghang in großen Bögen durch die Täler Meyersgrund, Hirschgrund, Moosbachtal, Harzhüttengrund und Steingründchen in einer Höhe von rund 600 m ü. NN mit einem Gefälle von reichlich 10 cm auf 100 m Länge.

 

Nach 12 km wurde das Wasser durch einen 240 m langen Stollen (Rösche) unter dem Kamm der Sturmheide hinweg auf die Seite vom heutigen Ortsteil Roda geleitet, wo es in die Pfaffenteiche floss. Das über den Oberen Berggraben herangeführte Wasser diente als Aufschlagwasser für die Künste in den Schächten „Vertrau auf Gott", „Segen Gottes", „Gott segne beständig" am Kupferberg in Roda und für den Betrieb der Schmelzhütte. Mit Stilllegung des Werks in Roda anno 1715 verfiel der Obere Berggraben. Große Teile wurden als Weg ausgebaut. Auf einer Stecke von 2700 m ist er noch als Berggraben sichtbar.

Nutzen Sie die Busverbindung für eine Strecke der Wanderung!

www.rennsteig-bus.de

 

 

Impressionen von der Wanderung

Ravené-Hütte
Ravené-Hütte
Ravené-Hütte im Winter
Ravené-Hütte im Winter
Zechenhaus
Zechenhaus
Zechenhaus
Zechenhaus