Bild: Bäume mit Herbstlaub

Ilmenau beteiligt sich am Flaggentag anlässlich des 70. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki



Flagge der Mayors for Peace wird 2015 am Rathaus gehisst

Am 6. August 2015 wird die Stadt Ilmenau gemeinsam mit engagierten Ilmenauern, die sich für benachteiligte Menschen, für deren Recht auf Frieden und ein menschenwürdiges Leben über Grenzen hinweg einsetzen, ein sichtbares Zeichen für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen zeigen!

Die Flagge der „Bürgermeister für den Frieden" (Mayors for Peace) wird morgen um 09:00 Uhr am Ilmenauer Rathaus gehisst.

Für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen

Der Flaggentag erinnert an die ersten und bisher einzigen Einsätze von Atomwaffen im Zweiten Weltkrieg gegen die japanischen Städte Hiroshima am 06.08.1945 und Nagasaki am 09.08.1945 durch das US-Militär auf Befehl von US-Präsident Harry S. Truman.
Durch die Explosion starben in Hiroshima etwa 80.000 Menschen sofort. Bis zum Jahresende 1945 stieg die Zahl der Todesopfer insgesamt auf schätzungsweise 140.000. In Nagasaki kamen insgesamt rund 70.000 Menschen ums Leben. In den folgenden Jahrzehnten starben viele weitere an den Spätfolgen von Verletzungen und radioaktiver Verstrahlung, so vor allem durch Krebserkrankungen.
Mit dem diesjährigen Flaggentag möchten wir ein Zeichen für eine Atomwaffenfreie Welt setzen.



70 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki ist ein neuer Abrüstungsprozess notwendig

Weltweit befinden sich nach aktuellen Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI immer noch mehr als 15.000 Atomwaffen im Besitz von neun Ländern: USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Das sind zwar 500 Sprengköpfe weniger als noch 2014, doch steht der Reduzierung der Waffen eine Modernisierung des vorhandenen Arsenals gegenüber. Das betrifft auch die US-Atombomben, die in Deutschland bei Büchel in der Eifel stationiert sind.

Bisherige politische Mechanismen für Abrüstungsprozesse greifen nicht wie erhofft. Es fehlt eine Rechtsnorm, die Atomwaffen verbietet. 70 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki und vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Konflikte ist ein neuer Abrüstungsprozess notwendig.

Ende Mai ging in New York die vierwöchige Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages von 1970 ohne Einigung zu Ende. Die Abrüstungsverpflichtung des Atomwaffensperrvertrags besteht zwar weiterhin, ist aber bisher kraftlos geblieben. Bereits aus den Entwürfen für ein Abschlussdokument sind auf Druck der Atomwaffenstaaten alle Formulierungen zur Abrüstungsverpflichtung gestrichen worden. Schließlich gab es auch keinen Konsens über die Einberufung einer Konferenz über einen nuklearwaffenfreien Nahen Osten.

Als einziges positives Ergebnis der New Yorker Konferenz ist die große Unterstützung für die „Humanitäre Initiative zu den Folgen einer Nuklearwaffendetonation" (ehemals Austrian Pledge) festzuhalten. Mehr als 100 Staaten haben in New York erklärt, sich dem „Humanitarian Pledge" anzuschließen, einer von Österreich 2014 initiierten Erklärung. Die Unterstützer verpflichten sich, für ein Verbot und die vollständige Vernichtung von Atomwaffen einzutreten.