Bild: Veilchen vor der Kreuzkirche

Alte Feierhalle



Feierhalle im Frühjahr 2012

Die im Klassizistischen Stil erbaute Leichenhalle steht auf einer schrägen Ebene und fällt deshalb von West nach Ost ab. Das Gebäude wurde aus Fachwerk errichtet, die Gefache sind mit Ziegelmauerwerk ausgemauert. Das Eingangsportal auf der Südseite ist bauzeitlich 1836, das Portal der Ostseite ist von der Bauerweiterung 1909. Die Südseite wird durch das Portal in Zwerchhausform geprägt. Es besteht aus 2 Säulen mit ionischen Kapitellen, die auf hohen Plinthen stehen. Sie tragen ein Fries und darüber einen Dreiecksgiebel, der mit Profilsteinen eingefasst ist. Im Giebel befindet sich ein Rundbogenfenster, welches durch ein hölzernes Stabwerk in 3 Teile geteilt wird.

Die ersten Leichenhäuser in Thüringen wurden wohl zum Ende des 18. bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet. Weimar 1792 und 1823, Hildburghausen 1838 und dei Residenzstadt Gotha 1834 gehörten zu den Vorreitern dieser Einrichtungen. Das erste Krematorium, mit angeschlossener Urnenhalle (Kolumbarium) wurde 1878 in der Residenzstadt Gotha errichtet.

 


1836/37 Errichtung des Leichenhauses
1890 Innenrenovierung für 461 RM; Anschaffung eines pferdebespannten Leichenwagens
1902 Neubau eines Leichenhallen- und Friedhofswärterhauses
1903/09 Umbauarbeiten und Gebäuderweiterung
1912 teilweise Anlegung eines Urnenhaines (Vollendung hing vom Bau eines Krematoriums ab)
1918 Grippeepidemie; Leichenhalle zu klein für Anzahl der Toten
1921/22 Genehmigung, Bau und Inbetriebnahme des Krematoriums an der Nordfassade
1927 umfangreiche Um- und Anbauarbeiten; Anschaffung eines Leichenautos
1972-79 Einbau einer Kühlanlage und eines Raums mit Glasscheibe zur Trennung des Toten von den Trauernden
1982 Neubau einer Friedhofs-/Abschiedshalle am Ende des Friedhofs
1990-95 bis 1991 Krematorium in Betrieb - 1995 Abriß

2011/12

Restaurierung des Gebäudes zur Nutzung als Kolumbariums

 



Die alte Feierhalle wird zu einem Kolumbarium umgebaut, in dem Begräbniswände Platz für bis zu 850 Urnen bieten werden.